An der Fehmarnsundbrücke sind im Zuge laufender Instandhaltungsmaßnahmen wichtige Fortschritte erzielt worden. Auf der Ostseite der Brücke wurden am 24. März 2026 an zwei ausgewählten Kreuzungspunkten erstmals Prototypen neuer Seilklemmen installiert.
Die neu entwickelten Seilklemmen sind speziell für Tragseile mit HDPE-Mantel konzipiert, umfassend getestet und geprüft worden. HDPE steht für High-Density Polyethylen, auf Deutsch Hart-Polyethylen – das ist ein thermoplastischer Kunststoff mit hoher Dichte und Beständigkeit. Künftig übernehmen die Seilklemmen eine zentrale Schutzfunktion: Sie verhindern das Aneinanderschlagen der Seile und schützen dadurch den HDPE-Mantel, der als wesentlicher Korrosionsschutz der neuen Seile dient. Bislang kommen an diesen Stellen lediglich provisorische Seilverbindungen zum Einsatz, die diese Schutzfunktion nur zeitlich begrenzt erfüllen können.
Ein entscheidender nächster Schritt steht bereits bevor: Für April ist ein Belastungstest unter realen Bedingungen geplant. Dabei wird der Zugbetrieb mit Logistikfahrten, unter anderem zum Transport von Gleisschotter, in die Erprobung einbezogen. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit der neuen Seilklemmen unter tatsächlichen Betriebsbedingungen zu validieren.
Nach erfolgreichem Abschluss der Testphase soll die Serienproduktion sowie die umfassende Montage aller Seilklemmen vergeben werden. Der Einbau der neuen Komponenten ist nach aktuellem Planungsstand bis Ende dieses Jahres beziehungsweise Anfang des kommenden Jahres vorgesehen.
An der Entwicklung, Probemontage, Prüfung und Dokumentation des Projekts sind im Auftrag der DB InfraGO AG mehrere Unternehmen und Organisationen beteiligt. Dazu zählen Schlaich Bergermann Partner (sbp), Contensio UG, RWT Aachen, Schwalbe Baugesellschaft mbH sowie die Industriekletterer der 3-ker Ras Group.
Die neuen Seilklemmen leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur dauerhaften Funktionsfähigkeit der Fehmarnsundbrücke.