PFA Sundquerung

Der Fehmarnsund trennt als schmale Wasserstraße die Insel Fehmarn vom Festland. Der Straßen- und Schienenverkehr von und nach Fehmarn verläuft aktuell über die etwa 960 Meter lange Sundbrücke. Sie wurde 1963 in Betrieb genommen und verfügt über zwei Fahrbahnen für Pkw und Lkw sowie eine eingleisige Bahnstrecke.

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Die vorhandene Brücke wird den künftigen Anforderungen an einen modernen Schienenverkehr nicht mehr gerecht. Nach umfangreichen Voruntersuchungen und in Abstimmung mit den Bundes- und Landesbehörden wurden vier Konzepte europaweit zur Vorplanung ausgeschrieben. Alle Varianten beinhalten eine zweigleisige Bahntrasse sowie eine vierspurige Straßenverbindung und wurden unabhängig, ergebnissoffen voneinander geplant:

  • Neubau einer kombinierten Brücke für Schiene und Straße
  • Neubau zweier getrennter Brücken
  • Neubau eines kombinierten Absenktunnels
  • Neubau eines Bohrtunnels mit mindestens vier Röhren

Bei jedem Konzept wurde der Erhalt der Bestandsbrücke für den Straßenverkehr mit untersucht. Zentraler Punkt bei den Vorplanungen und eines der wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung war die Umweltverträglichkeitsstudie. Sie untersucht jeweils die Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen, die biologische Vielfalt, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, Kulturgüter, sonstige Sachgüter sowie die Wechselwirkung zwischen diesen Schutzgütern.

Kriterienkatalog als Grundlage für den Variantenentscheid

230 Kriterien in 6 Kategorien – der planerische Aufwand für die Variantenabschichtung bis hin zur finalen Entscheidung für eine neue Sundquerung war komplex und aufwendig, sichert aber eine moderne, zukunftsfähige und genehmigungsfähige Querung.

Hier finden Sie den vollständigen Kriterienkatalog als PDF zum Download.

Ein Absenktunnel als optimale Lösung für die neue Querung am Fehmarnsund

Bundesverkehrsministerium, Land Schleswig-Holstein und Deutsche Bahn haben sämtliche Varianten verglichen und sich Anfang März 2020 für einen Absenktunnel für Straße und Schiene entschieden. Für Fußgänger, Radfahrer und langsamen Straßenverkehr bleibt die Fehmarnsundbrücke erhalten.

Der Parlamentarische Staatssekretär im BMVI Enak Ferlemann: „Der Absenktunnel hat sich in einem umfassenden Vergleich der denkbaren Varianten auch in den Sensitivitätsanalysen stabil als überlegene Variante dargestellt, so dass wir hier eine sichere Entscheidung getroffen haben. Ich freue mich besonders, dass mit dieser nun gefundenen Vorzugsvariante auch die Wünsche der Region in vollem Umfang berücksichtigt sind und die alte Fehmarnsundbrücke als landschaftsprägendes Bauwerk erhalten bleibt.“

DB-Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla: „Die Querung des Fehmarnsunds ist ein zentraler Baustein für mehr Verkehr auf der Schiene auf einer neuen europäischen Nord-Süd-Achse. Die neue Sundquerung ist leistungsfähiger als die bisherige und bewahrt zugleich mit dem Erhalt der Fehmarnsundbrücke ein touristisches Wahrzeichen. In die Variantenbewertungen flossen die Wünsche der Region ein.“

Der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Bernd Buchholz: „Nicht nur mit dem Erhalt der Sundquerung als eindrucksvolles Wahrzeichen Fehmarns, sondern auch mit dem umfangreichen Variantenvergleich haben wir die Wünsche der Region in einem langen Dialogprozess maximal berücksichtigt. Die gefundene Lösung ist zugleich das Ergebnis zahlreicher Gespräche zwischen Landesregierung, Bund und Bahn. Nun gilt es, die weitere Planung rechtssicher auf den Weg zu bringen, damit wir die riesigen Chancen, die sich durch die Fehmarnbeltquerung bieten, so rasch wie möglich nutzen können.“

Die Tunnellösung bei Erhalt der Fehmarnsundbrücke trägt den verkehrlichen Erfordernissen Rechnung und entspricht zudem der im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung vom „Dialogforum Feste Fehmarnbeltquerung“ erarbeiteten Konsensvariante. Das Dialogforum hatte sich für eine menschen- und umweltgerechte, den landschaftsprägenden Charakter der alten Fehmarnsundbrücke erhaltende Gesamtlösung ausgesprochen.

Der neue 1,7 Kilometer lange Absenktunnel soll vier Fahrstreifen für die Straße sowie zwei Gleise für die Eisenbahn aufnehmen und rechtzeitig zur Inbetriebnahme der Festen Fehmarnbeltquerung fertiggestellt sein. Für den langsamen Verkehr sowie für Radfahrer und Fußgänger soll die bestehende Fehmarnsundbrücke aus dem Jahr 1963 erhalten bleiben. Sie wird dafür ertüchtigt und weitergenutzt.

Bei den Vorplanungen ebenso wie den Umweltuntersuchungen setzt die Bahn auf modernste Technik und wissenschaftliche Expertise, siehe dazu etwa folgende beiden Beiträge:

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