Erschütterungsschutz

Erschütterungen sind Schwingungen, die sich unter anderem durch Eisenbahnverkehre im Boden ausbreiten. Anwohner an Schienenwegen können diese in ihren Wohnhäusern wahrnehmen. Bei Neu- und Ausbauvorhaben sind Erschütterungen ein wichtiger zu berücksichtigender Aspekt.

Das Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen (Bundes-Immissionsschutzgesetz) verweist u.a. auf Erschütterungen. Jedoch enthält das Gesetz keine Regelungen, Immissionsgrenzwerte oder Beurteilungsverfahren. Die Bewertung erfolgt über Anhaltswerte aus der DIN 4150 für Erschütterungen und anhand der 24. BImSchV für den sekundären Luftschall. Die Anhaltswerte variieren tags und nachts sowie nach Schutzbedürftigkeit. Im Gegensatz zu Neubaustrecken wird bei Umbau- und Ausbaumaßnahmen eine Vorbelastung miteinbezogen. Eine spürbare Erhöhung von 25 Prozent der Erschütterungen und eine Erhöhung von 3 dB(A) des sekundären Luftschalls führen zu Schutzansprüchen.

Im Rahmen der Planungen zur Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung wurden zunächst Erschütterungsmessungen an und um Gebäuden in der Nähe der Trasse vorgenommen. Mit Hilfe der Messungen kann die spezifische Ausbreitung der Schwingungen, welche je nach Bodenart unterschiedlich ist, ermittelt werden. Darauf aufbauend werden Prognosen für die zukünftig geplanten Verkehre berechnet. Im letzten Schritt folgt eine Ableitung von möglichen Schutzmaßnahmen wie besohlte Schwellen.

Wie entstehen Erschütterungen?

Fahrende Züge erzeugen mechanische Schwingungen, die entweder als Körperschall über das Erdreich oder aber als Luftschall übertragen werden. Der Körperschall, der mit zunehmendem Abstand abnimmt, breitet sich im Erdreich wellenförmig aus und kann sich von dort über das Fundament in ein Gebäude übertragen. Im Gebäude können durch die Wellen des Körperschalls Schwingungen auftreten, die wiederum Wände und Decken in ihren Resonanzen anregen. Dieses Vibrieren kann der Mensch über den Tastsinn wahrnehmen. Werden durch die Schwingungen der Decken und Wände hörbare Schallwellen erzeugt, spricht man vom so genanntem "sekundären Luftschall". Auch wenn eine Beschädigung von Mauerwerk und Putz auch bei Gebäuden, die sehr dicht an einer Bahnstrecke stehen, ausgeschlossen ist, versucht die Bahn, die Belastungen durch Erschütterungen möglichst gering zu halten.

Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.

Für die volle Funktionsfähigkeit und eine fehlerfreie Darstellung der Website verwenden Sie bitte Microsoft Internet Explorer Version 10 oder höher oder eine aktuelle Version von Mozilla Firefox, Google Chrome, Safari oder Opera.