Sicherheit und ETCS

Die Bahn ist sowohl im Personenverkehr, als auch für den Transport von Gütern eines der sichersten Verkehrsmittel. Im Zuge der geplanten Ausbaumaßnahmen werden die vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen eingehend geprüft und weiter optimiert.

Mit der Elektrifizierung und dem Ausbau der Schienenstrecke zwischen Lübeck und Puttgarden wird sich die Anzahl der Gütertransporte (und somit auch der Gefahrguttransporte) auf dieser Strecke erhöhen. Dies erfordert Anpassungen im Notfallmanagement-Konzept der Deutschen Bahn, die auf dieser Strecke u. a. spezielle Schulungen für Einsatzkräfte anbieten wird. Insbesondere für die Feuerwehren in den Gemeinden entlang der Trasse müssen aufgrund der Elektrifizierung Ausbildungsprogramme entwickelt werden.

Generell zählt die Bahn zu den sichersten Verkehrsmitteln, denn sie verfügt über so genannte systembedingte Vorteile:

  • Die Bahn ist ein spurgebundenes Verkehrsmittel.
  • Technische Sicherheitseinrichtungen gewährleisten, dass die Bahn im Raumabstand fahren kann. Im Gegensatz dazu lassen sich Pkw nur im Sichtabstand steuern.
  • Mensch und Technik bilden ein System, in dem beispielsweise menschliches Fehlverhalten mit Hilfe der Technik weitestgehend korrigiert werden kann.

Aufgrund dieser Vorteile sowie der strikten Einhaltung von Vorschriften und Überwachungsmaßnahmen, die speziell bei Gefahrenguttransporten äußerst streng sind, gelten Transporte auf der Schiene als besonders sicher. Jegliches Risiko kann jedoch nie ausgeschlossen werden, so dass die Bahn auf etwaige Unfälle mit einem Notfallmanagement vorbereitet ist.

Schnelle Hilfe vor Ort

Eisenbahnkran für Bergungsarbeiten

Die Hilfeleistungsmaßnahmen werden jeweils durch die örtlichen Feuerwehren durchgeführt. Die Eisenbahnen in Deutschland sind jedoch gesetzlich verpflichtet, sich an diesen Maßnahmen zu beteiligen und die Feuerwehren sowie Rettungsdienste bei der Gefahrenabwehr optimal zu unterstützen. Hierfür muss die Bahn unter anderem bundesweit sieben zentrale Meldestellen einrichten, Notfallübungen durchführen, Einsatzkräfte ausbilden sowie eigene Notfalltechnik (wie Eisenbahnkräne für Bergungen etc.) bereitstellen.

Zudem ist das Streckennetz der Deutschen Bahn in 160 Notfallbezirke unterteilt, in denen jeweils ein Notfallmanager rund um die Uhr erreichbar ist. Dieser bildet die Schnittstelle zwischen Einsatzleitung und Bahn und unterstützt den jeweiligen Einsatzleiter mit seinem bahntechnischen Wissen. Die DB Netz AG bietet für die spezifische Weiterbildung von Einsatzkräften bundesweit zudem einen Ausbildungszug „Gefahrgut“ als mobile Schulungseinrichtung an. In Schleswig-Holstein gibt es in jedem Kreis sowie in jeder kreisfreien Stadt einen speziellen Löschzug Gefahrengut.

Mit ETCS zukunftsfähig in Europa

ETCS steht für European Train Control System – zu Deutsch: Europäisches Zugsicherungssystem. Die Migration zu ETCS ist europaweit im Gang. Ziel ist es, die Vielfalt der in Europa eingesetzten Zugbeeinflussungssysteme abzulösen und einen einheitlichen, interoperablen europäischen Standard einzuführen. Diese Harmonisierung der Systeme und Prozesse steigert die Zuverlässigkeit im grenzüberschreitenden Bahnbetrieb und ermöglicht einen durchgehenden grenzüberschreitenden Verkehr ohne technische Barrieren.

Nach der ETCS-Streckenausrüstungsstrategie der DB Netz AG werden Aus- und Neubaustrecken grundsätzlich mit ETCS-Level 2 ausgerüstet. Dies gilt daher auch für die FBQ-Strecke. So müssen beispielsweise Strecken mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit > 160 km/h grundsätzlich mit ETCS Level 2 realisiert werden. Voraussetzung für eine Streckenausrüstung mit ETCS Level 2 ist, dass die Eisenbahninfrastruktur (Stellwerke) für die Anbindung der ETCS-Streckenzentrale (RBC) geeignet ist. Beim Fahren im ETCS-Level 2 findet eine kontinuierliche Kommunikation zwischen Fahrzeug und Strecke (RBC) mittels GSM-R statt, über die das Fahrzeug seine Fahrtbefehle erhält.

So funktioniert ETCS

  • Der Zug wird von der ETCS-Streckenzentrale (Radio Block Center/RBC) überwacht. Dabei besteht ständig eine Verbindung zwischen RBC und dem Zug – über ein Funknetz ähnlich dem Handynetz. Zusätzlich werden über Transponder – zu Bahndeutsch Balisen – Positionsbestimmungen durchgeführt. Die Balisen befinden sich zwischen den Schienen auf den Schwellen.
  • Fährt ein Zug darüber, werden Informationen übertragen. Der Bordcomputer wie auch das RBC wissen dann, wo sich der Zug exakt befindet. Zusätzlich überwacht ein Dopplerradar Position und Geschwindigkeit des Zuges.
  • Die Fahrbefehle erhält der Zug über die ETCS-Streckenzentrale. Sie weiß, ob das Gleis frei ist und die Voraussetzungen für die Befahrung damit gegeben sind. Die automatisch erteilte Fahrtfreigabe (Movement Authority/MA) sorgt dafür, dass sich der Zug auch ohne ortsfeste Lichtsignale und nur mit dem Blick auf dem Bordcomputer sicher auf der Schiene bewegen kann.
  • Das gesamte System hat in sich mehrere Rückfallebenen, zum Teil können sogar Ausfälle innerhalb des Systems kompensiert werden. In der Praxis bleiben Triebfahrzeugführer oder Triebfahrzeugführerin die Instanz, die die Sicherheit der Systeme auf der Strecke überprüft.

Erklärfilm: ETCS

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