Bürger bringen ihre Wünsche in den Variantenentscheid für eine neue Sundquerung ein

100 Bürger waren gestern in die Aula des Inselgymnasiums auf Fehmarn gekommen, um sich darüber zu informieren, wie der Weg bis hin zur finalen Vorzugsvariante abläuft und welche Kriterien in diesen Prozess einfließen. Hierzu gab es auch viele Wortmeldungen, die von einem externen Moderator aufgenommen und von unseren Experten beantwortet wurden.

Im zweiten Teil des Abends brachten sich die Bürger mit ihren Ideen, Wünschen und Kriterien ein. Sie schrieben ihre persönlichen Anregungen auf Kärtchen auf. Diese wurden den sechs Kategorien des Kriterienkataloges zugeordnet (siehe unten). Der kaufmännische Projektleiter Jörg Weiße zieht ein positives Fazit: „Wir sind sehr glücklich darüber, dass so viele Bürger unserer Einladung nachgekommen sind. Es war ein sehr konstruktiver Austausch. Wir nehmen viele gute Anregungen aus der Region mit.“ Ziel für die DB sei es, die Planung in jeder Bearbeitungsphase transparent darzulegen.

Das weitere Prozedere sieht vor, dass die Variantenabschichtung von derzeit 20 Querungs-Varianten auf vier bis voraussichtlich Ende Oktober fortgesetzt wird. Dann soll der beste Bohrtunnel, der beste Absenktunnel, die beste kombinierte Brücke als auch die beiden besten getrennten Brücken für Schiene und Straße feststehen, ebenso wie die Frage beantwortet sein, ob die Bestandsbrücke weiter genutzt werden soll. Die Anregungen aus der Bevölkerung werden mit dem Kriterienkatalog abgeglichen.

Die öffentliche Beteiligung wird in der Folge in Form eines Runden Tisches als Arbeitsebene fortgesetzt. Dieser Runde Tisch wird vom Dialogforum benannt und soll den Prozess bis zur Findung der finalen neuen Querung begleiten.

Die breite Öffentlichkeit wird über die weiteren Schritte und neue Fakten fortlaufend über Presse, Projektseite und öffentliche Veranstaltungen informiert.

Folgende Anregungen und Wünsche wurden von den Bürgern in den Gesprächen mit unseren Ingenieuren in den Prozess eingebracht:

  • Landschaftsplanung
  • Belieferung der Betriebe auf Fehmarn während der Bauphase und während Instandhaltungsmaßnahmen an der Sundbrücke sicherstellen
  • Die Wirkung der Bürgerbeteiligung bei den letzten Entscheidungen einfließen lassen
  • Identifizierung der Menschen mit Bauwerk berücksichtigen… (Tradition „Kleiderbügel“, Wahrzeichen – Wirkung)
  • Bei der Höhe einer Brücke berücksichtigen, dass Segelboote weiterhin darunter hindurch fahren können
  • Lärmschutz
  • Höherer Lärmpegel bei erneuertem Brückenbauwerk (Bsp. A3 Lahntal) -> Austausch zwischen Brückenplanern, damit das verhindert wird
  • Keine Einkesselung von Strukkamp durch Trassenverlauf westlich des Dorfes
  • Keine Beeinträchtigung der naheliegenden Erholungsgebiete Strukkamphuk / Hünengrab / Gold
  • Landschaftsplanerische, städtebauliche Wirkung der Bauwerke und touristische Wirkung durch eine visuelle Bewertung (bspw. positive Bewertung eines neuen Wahrzeichens)
  • Strömungsverhalten bei neuen Brückenpfeilern bei Sandbänken beachten
  • Die Natur so lassen, wie sie ist und wo sie ist und nicht auf „Konten“ verwalten
  • Bei Erhalt der alten FS-Brücke: als Nebenstrecke für Fehmarnanreisende, landwirtschaftlichen Verkehr, Ausweichstrecke für Notfälle, Anschlüsse an Hauptstrecke
  • Erreichbarkeit Burg während der Bauphase
  • Steigung / Gefälle bei zwei Tunneln als Sundquerung überhaupt technisch möglich?
  • Stau vor / hinter Lübeck Hauptbahnhof
  • Tunnelvariante mit Naturschutz vereinbar?
  • Keine Mehrbrücken-Lösung im Hinblick auf Ästhetik
  • Berücksichtigung Pendlerverkehre und Schülerverkehre
  • Berücksichtigung Fahrradverkehr und Fußgänger
  • Berücksichtigung Windanfälligkeit Bestandsbauwerk
  • Erhalt der Brücke als (Kultur-)Denkmal
  • Info-Center wie damals die Rad-Box in Berlin / Potsdamer Platz (Fernmeldeturm Klausdorf?)
  • Brückenhöhe ausreichend für Schiffsverkehr
  • Bevorzugte Variante: Bohrtunnel (geringster Landverlust, geringste Lärmbelästigung)
  • Neuer Trassenverlauf möglichst nah an bestehender Straßenführung
  • Erhaltung und Ertüchtigung der Bäderbahn
  • So wenig „Landzerschneidung“ wie möglich
  • Finanzieller Ausgleich bei Wertverlust des Eigentums?
  • Design, Ästhetik, Landschaftsplanung
  • Fahrerlebnis der neuen Querung als neues Kriterium
  • Wie viele Pfeiler sind im Sund geplant und wie wirken sie sich bei Sturmfluten aus?
  • Minimierung von Landverlust
  • Keine Trasse westlich von Strukkamp

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