Instandhaltung der Fehmarnsundbrücke: Korrosionsschutz mit Hightech-Robotern

Umfangreiches Instandhaltungsprogramm geplant. DB und LBV stecken in den kommenden fünf Jahren 20 Millionen Euro in die Sundbrücke.

Mit modernster Technologie in die Instandhaltung: Die DB macht die Sundbrücke fit für die Zukunft. Während im kommenden Jahr die ersten von insgesamt acht Tragseilen ausgetauscht werden, steht aktuell der Korrosionsschutz auf der Agenda. Dabei werden Roboter eingesetzt, die die Stahlseile „abfahren“, Schwachstellen mit Rost identifizieren und den Korrosionsschutz auftragen – das alles in wenigen Arbeitsgängen.
Professor Dr. Andreas Boué aus Aachen war mit auf der Brücke, führt aus: „Wir hatten viel Pech mit dem Wetter. Heute finden wir erstmals perfekte Bedingungen vor.“ Der Roboter arbeite verlässlich und liefere auch bereits erste Erkenntnisse. Mit Blick auf den Laptop-Monitor deutet Boué auf die Visualisierung eines Stahlseils. „Hier ist jede Faser deutlich erkennbar. Auch die Roststellen.“ Die Maßnahme, die im Oktober fortgeführt wird, kostet circa 80.000 Euro.

Das Austauschen der Tragseile ab dem Jahr 2020 ist im Vergleich dazu die aufwendigere und auch spektakulärere Maßnahme. Circa 100.000 Euro pro Seil werden auf der Kostenseite stehen.
Sundbrücken-Projektleiterin Grit Kossiedowski von der DB Netz AG in Kiel erklärt: „Wir wollen die Brücke fit für die Zukunft machen. Dafür investieren wir in den kommenden Jahren viel.“ Weitere größere Maßnahmen sind demnach: Betonpfeiler werden instandgesetzt, die Fahrbahnübergänge (Brücke zu Land-Rampen) auf beiden Seiten werden ebenso wie die Leitschutzplanken (Schrammborde) erneuert. Und: Korrosionsschutz der kompletten Brücke (Hauptteil, immenser Aufwand, neuer Anstrich). Kostenvolumen für die kommenden 5 Jahre: 20 Millionen Euro.

Den aktuellen Zustand der Brücke beschreibt sie als solide. „Das Bauwerk ist intakt. Aber sie muss auch gepflegt werden.“ Die Sundbrücke, die 1963 fertiggestellt wurde und in der Region zum Wahrzeichen aufgestiegen ist, wird die Verkehre der Zukunft, vor allem die bis zu 835 Meter langen Güterzüge, nicht tragen können. Ein aktuelles Gutachten, das auch dem Bundesrechnungshof vorliegt, besagt: „Die statische Tragfähigkeit der Fehmarnsundbrücke ist für die in den aktuellen Normen verankerten Lastbildern aus Eisenbahn- und Straßenverkehr in ausgedehnten Bereichen des Haupttragwerkes nicht nachweisbar. Eine Ertüchtigung der überlasteten Querschnitte ist erforderlich.“ Und: „Auf Basis der vorgegebenen Verkehrsprognosen sind für die Fehmarnsundbrücke die Nachweise einer ausreichenden Restnutzungsdauer nicht zu erbringen. Sowohl im Haupttragwerk als auch in den Querträgern liegen die rechnerischen Auslastungen über den zulässigen Werten.“
Heißt übersetzt: Das Bauwerk ist schlichtweg nicht für die Schienengüterverkehre der Zukunft konzipiert.

Was die Planungen einer neuen und auf lange Sicht tragfähigen Fehmarn-
sundquerung angeht, informiert die DB die Kommunalpolitiker aus Fehmarn und Großenbrode am 25. September (in Burg). Anschließend wird auch die breite Öffentlichkeit über das weitere Vorgehen informiert und auch eingebunden. Es besteht dann die Möglichkeit, sich über die 230 Kriterien und deren Gewichtung im Zuge des Variantenentscheids auszutauschen. Der öffentliche Termin befindet sich noch in Abstimmung.
Ende Oktober sollen die Hauptvarianten vorgestellt werden und bis Ende des Jahres die Vorzugsvariante einer neuen Querung am Sund feststehen.

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