Schienenanbindung FBQ: Kostenentwicklung und Gesamtwertprognose

Die geschätzten Projektkosten für die Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung sind seit 2015 weitestgehend stabil. Kommuniziert wird jedoch ein deutlich höherer Wert, die sogenannte Gesamtwertprognose. Diese enthält neben den aktuellen Projektkosten auch Nominalisierungs- und Risikoanteile, die nicht zwingend eintreten müssen.

Seit 2008 wurde der Auftragsumfang des Projekts Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung deutlich erweitert: Ursprünglich sollte die eingleisige Bahnstrecke für 817 Millionen Euro zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden. Auf Wunsch von Politik und Öffentlichkeit wurde von 2010 bis 2014 ein Raumordnungsverfahren (ROV) durchgeführt und das Projekt angepasst: Die Planung enthält seitdem Neubauabschnitte mit einer Gesamtlänge von 55 Kilometern (bei einer Gesamtstreckenlänge von 88 Kilometern). Damit sollen unter anderem die Seebäder umfahren und die Verkehrsträger Schiene und Straße gebündelt werden. Die Projektkosten haben sich dadurch im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen um 521 Millionen Euro erhöht.

Nach dem ROV wurde die Planung auf den aktuellen Preisstand von 2015 aktualisiert. Aufgrund von Baupreisanpassungen kamen so 141 Millionen Euro dazu. Zudem wurden die Umbauarbeiten im Bereich des Güterbahnhofs Lübeck neu in die Planung mit aufgenommen (88 Millionen Euro). Seitdem sind die geschätzten Projektkosten weitestgehend stabil. Eine Ausnahme bildet hier die Planungsanpassung im Hinblick auf das Umrichterwerk Genin in Höhe von 38 Millionen Euro, da dieses nicht mehr ausgebaut werden kann, sondern neu gebaut werden muss. Auf politischen Wunsch hin wurde zudem die Planung der Strecke auf eine Entwurfsgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometer angepasst, was zusätzlich rund 97 Millionen Euro kosten wird.

Gesamtwertprognose für realitätsnahe Projektkostenprognosen

Im Bericht des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie in der Stellungnahme des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) wird eine andere Berechnungsgrundlage verwendet, die sogenannte Gesamtwertprognose (GWP). Diese enthält neben den aktuellen Projektkosten auch Nominalisierungs- und Risikoanteile, die nicht zwingend eintreten müssen. Ziel der GWP ist es, möglichst früh einen validen Wert für die Projektkosten abzuschätzen und erhebliche Abweichungen zwischen den ursprünglich kommunizierten und tatsächlichen Projektkosten zu vermeiden, auch bei sehr langen Projektlaufzeiten von zehn Jahren und mehr.

Im Projekt Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung berechnet sich die GWP aus den bisher angenommenen Basiskosten von 1.702 Millionen Euro, einem Risikozuschlag und Nominalisierungseffekten (Preissteigerungen). Der Risikozuschlag enthält bekannte und unbekannte Gefahren, die mittels einer festgelegten Prognosemethodik eingeschätzt und in der GWP ergänzt werden.

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