Vorplanungen zur Fehmarnsundquerung: Scoping-Termin auf Einladung des Eisenbahnbundesamts

Notwendige marine Untersuchungen dauern bis zu zwei Jahre

(Hamburg) In Ergänzung der aktuellen Planungen der Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung wurde die Deutsche Bahn AG gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV SH) vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur beauftragt, mögliche Varianten der Fehmarnsundquerung zu untersuchen. Die Planungen sind notwendig, da die bestehende Sundbrücke mit Blick auf die zu erwartenden Mehrverkehre nach Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels die zukünftigen Belastungen nicht trägt und zudem eine geringe Restnutzungsdauer hat.

Teil des Planungs- und Genehmigungsprozesses ist eine umfangreiche Umweltverträglichkeitsprüfung. Dabei werden die Auswirkungen des Infrastrukturprojekts auf Menschen, einschließlich der menschlichen Gesundheit, Tiere, Pflanzen, die biologische Vielfalt, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, Kulturgüter, sonstige Sachgüter sowie die Wechselwirkung zwischen diesen Schutzgütern untersucht.

Auf Einladung des zuständigen Eisenbahn-Bundesamtes wurde mit den Trägern öffentlicher Belange (TÖB’s) wie Behörden, Ministerien, Ämter und Gemeinden, sowie den anerkannten Natur- und Umweltschutzverbänden heute in einer nicht öffentlichen Sitzung der voraussichtliche inhaltliche, zeitliche und räumliche Untersuchungsrahmen und -umfang zu den Belangen des Umwelt- und Naturschutzes abgestimmt. Im vorliegenden Projekt werden gemäß den Verwaltungsgrundlagen rund 50 Institutionen beteiligt.

Für die Planungen einer Fehmarnsundquerung hat die Deutsche Bahn gemeinsam mit dem LBV SH als Vorhabenträger eine Scoping-Unterlage erstellt. In ihr wird konkret beschrieben, welcher Untersuchungsrahmen und Untersuchungsraum für die Umweltverträglichkeitsstudie vorgesehen sind. Schwerpunkt der Untersuchungen ist der Sund mit seinen angrenzenden Küstenbereichen. Wo mit Natur- und Umweltschutzkonflikten zu rechnen ist, wurde der Untersuchungsraum vorausschauend auf mögliche Alternativen erweitert.

Auf Basis der Scoping-Unterlage und dem Festlegungsprotokoll des Eisenbahn-Bundesamts wird die Deutsche Bahn AG die Untersuchungsleistungen im marinen Bereich EU-weit ausschreiben. Die Kosten für die marinen Untersuchungen im Sund liegen voraussichtlich im Millionenbereich. Der Untersuchungszeitraum wird bis zu zwei Jahre umfassen.

Zu den Untersuchungen:

Für die Umweltverträglichkeitsprüfung sind bei diesem Projekt besondere Herausforderungen zu beachten. Da es sich beim Sund um einen marinen Bereich handelt, sind die Untersuchungen und geforderten Gutachten noch umfangreicher als bei Prüfungen im rein terrestrischen Umfeld.

Es werden sehr aufwendige Untersuchungsverfahren angewandt. So finden im Sundbereich qualitative, videogestützte Kartierungen in einem festgesetzten Korridor von Makrozoobenthos (vornehmlich Miesmuscheln) und Makrophyten (Algen und Seegras) statt. Taucher werden zudem umfangreiche Untersuchungen an über 300 Unterwasserstationen durchführen.

Um einen Überblick über die Fischarten im Sund zu erhalten, finden fischereibiologische Untersuchungen mit speziellen Fangtechniken und Untersuchungsgeräten statt. Auch das Vorkommen und die Verhaltensweisen der Meeressäuger werden untersucht. Zur Erfassung dienen neben Sichtbeobachtungen vor allem auch so genannte PODs – Porpoise Detectors, die als akustische Detektoren im Sund angebracht werden.

Ebenfalls untersucht werden unter anderem der Seegrund (Topographie), die Grundbeschaffenheit (Sedimentologie) sowie Wasserströmung, Wasserstand und Trübung (Hydrologie).

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